Mittwoch, 25. April 2018
Aktuelles
Der Niederwerther Brückenbau von 1957/58 – eine politische und finanzielle Herausforderung

Die Inselgemeinde feiert im August ihre Brücke

Wenn die Ortsgemeinde Niederwerth am 25. und 26. August 2018 den 60. Geburtstag ihrer Brücke mit vielen Gästen feiert, dann sollte auch das Werk der Politiker von einst nicht ohne Betrachtung bleiben.

Der Weg zur neuen Niederwerther Brücke – er war ein Kraftakt in jeder Hinsicht und voller Hindernisse. Ortsbürgermeister Peter Schemmer sprach in der Festschrift vom Juli 1958 davon, dass ein „seit Generationen gehegter Wunschtraum“ in Erfüllung gehe. Vorangegangen waren langatmige und komplizierte Verhandlungen mit Kreis und Land, Beratungen mit Verwaltung und Gemeindeparlament und Bürgerversammlungen.

1,5 Millionen Mark mussten aufgebracht werden, eine Summe, die die notorisch klamme Inselgemeinde nicht alleine schultern konnte. Viele Fürsprecher waren nötig, allen voran Landrat Jakob Jost, der erkannte, dass Niederwerth nur über ein Brückenbauwerk in den Landkreis Koblenz zu integrieren war. Er knüpfte die Fäden zwischen den Räten und Bürgermeistern, dem Kreis, dem Straßenbauamt dem Landesministerium in Mainz und Bundesministerium in Bonn. Endlich stand die Finanzierung: Zwei Drittel der Summe übernahm das Land, ein Drittel, also 500.000 DM, musste die Gemeinde stemmen – mit Zinszuschuss des Kreises, eine ungeheure, aber rentable Investition, die erst 20 Jahre später getilgt werden konnte. 

Ministerpräsident Dr. Peter Altmeier griff die Initiative des Kreises auf, förderte das Projekt wo er konnte und beauftragte das Mainzer Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit der Planung. Das Straßenbauamt Koblenz unter Leitung von Oberregierungsrat Josef Grommes schrieb die Baumaßnahme aus, nachdem der Niederwerther Rat sich für die Planvariante der Spannbetonbrücke – die erste in ganz Deutschland – entschieden hatte und viele Anliegerinteressen bedient werden konnten. Am Kirmessamstag, dem 11. Mai 1957, erfolgte im strömenden Regen die Grundsteinlegung. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Betonkonstruktionen wurden an Land auf dem Vallendarer Marktplatz vorgefertigt, die Schwimmkräne „Gigant“ und „Titan“ der Firma Hoch-Tief fuhren die Elemente in spektakulären Aktionen zwischen die Pfeiler ein, dort wurden sie gegossen und gespannt. Am 05. Juli 1958 wurde die fertige Brücke in einem feierlichen Festakt von Ministerpräsident Altmeier für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

Niederwerth war nun keine Insel mehr, die neue Brücke öffnete das Tor zur Moderne, die gute alte Fähre hatte ausgedient, Niederwerth hatte nun eine Zukunft. Längst sind den Protagonisten, Bürgermeister Peter Schemmer und Landrat Jakob Jost, aus Dankbarkeit auf der Insel Straßen gewidmet.

 

Jungs und Alt freuten sich über die neue Brücke 

Jung und Alt freuten sich über die neue Niederwerther Brücke und fuhren mit etwas Wehmut ein letztes Mal mit ihrer Fähre. Am 25. und 26. August feiern die Werther ihren 60. Geburtstag.

 

 

Der Werther Gemeinderat stand nach schwierigen Entscheidungen zum letzten Mal auf „seiner“ Pont: (v.l.) Ortsbürgermeister Peter Schemmer, Johann Weller, Anton Röser, Hans Hilden, Peter Thon, Peter Kesselheim Theo Becker, , Heinrich Münz, Josef Zengler und Fährmann Johann Bähner.

  

Großer Bahnhof in Niederwerth: Ministerpräsident Altmeier zerschneidet am 05. Juli 1958 das Brückenband. Niederwerth ist keine Insel mehr.

 
Die Werther "Breck" wird 60 Jahre jung!

Niederwerth feiert mit einem Bürgerfest am 25. Und 26. August 2018

 

Vor 60 Jahren öffnete sie für die Insel Niederwerth das Tor zum Leben, endlich konnte sich die einzige deutsche Ortsgemeinde auf einer Flussinsel entwickeln. Haus- und Straßenbau wurden möglich, Infrastruktur konnte geschaffen werden, Arbeitsplätze auf dem Festland wurden erreichbar, die Früchte der Insel konnten besser vermarktet werden. Ohne die Brücke über den Rheinarm nach Vallendar wäre Niederwerth in einer modernen Gesellschaft nicht überlebensfähig. Der Bau des Brückenwerks 1957/58 war ein Kraftakt in jeder Beziehung, der wackere Ortsbürgermeister Peter Schemmer und der unermüdliche Landrat Jakob Jost sorgten im Zusammenspiel, dass manche bürokratische, finanzielle und politische Klippe umschifft werden konnte. In Ministerpräsident Dr. Peter Altmeier fanden sie einen Fürsprecher ihres Projektes, der es sich nicht nehmen ließ, die Brücke am 05. Juli 1958 höchstpersönlich für den Verkehr frei zu geben, nachdem die Schwimmkräne „Gigant“ und „Titan“ der Firma Hoch-Tief ganze Arbeit geleistet und die erste Spannbetonbrücke Deutschlands fertig gestellt hatten. Niederwerth hatte nun eine Zukunft!

 

Aus Anlass des 60. Geburtstages will die Inselgemeinde nun ein Bürgerfest ausrichten, das sich an dem Programm des unvergessenen und einzigartigen Brückenjubiläums vor 10 Jahren orientiert, als sich 6000 Gäste am Fest beteiligten.

 

Ortsbürgermeister Josef Gans sorgt sich bereits mit seinem Orga-Team, unterstützt vom gesamten Vereinsring, um ein stattliches Programm und gute Versorgung: Gibt es wieder einen Fährbetrieb über den Rheinarm? Wo kommen Festzelt und Bühne hin? Wer liefert Getränke und Imbiss? Wo steht die Gulaschkanone? Was wird auf dem Bauernmarkt angeboten? Welche musikalische Unterhaltung gibt es? Gibt es ein Konzert? Wann startet das Feuerwerk? Wer macht mit? Wo findet man was?

 

Alle Vereine machen mit, die Kinder der Grundschule und des Kiga „Schatzinsel“ sind dabei, alle Bürgerinnen und Bürger von Niederwerth, ob jung oder alt, dürfen und sollen mitmachen, beim festen Feiern, aber auch in der Vorbereitung und Durchführung. Weitere Informationen über Mitmachangebote lesen Sie in der lokalen Presse. Herzliche Einladung an alle Inselbürger und Gäste aus Nah und Fern für Samstag und Sonntag, dem 25. Und 26. August 2018 auf der Rheinpromenade der Insel Niederwerth!

 

Foto: Paradiesische und sonnige Rheinidylle – bis zum Sommer 1958 pendelte die „Pont“ über den Strom und verband die Insel Niederwerth mit dem Festland.

 

Brückenfest 2018 

 
Einwohnerversammlung der VG Vallendar mit der Ortsgemeinde Niederwerth
weiter …
 
Ministerpräsidentin Malu Dreyer - reif für die Insel!
Die neue und alte rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchte am Montag, dem 06. Juni die Inselgemeinde Niederwerth. Sie kam damit einer Einladung von Ortsbürgermeister Sepp Gans und dem scheidenden MdL Dieter Klöckner nach, die ihr die Schönheit der Rheininsel zeigen und ihr die kulinarischen Vorzüge der Insel anbieten wollten. Um 12.30 Uhr wurde die sympathische und bestens gelaunte Landes-Chefin auf dem Kirmesplatz von OB Gans und Fred Pretz, Bürgermeister der VG Vallendar, Vertretern der Gemeinde und von den Vereinen begrüßt, viele Werther Bürgerinnen und Bürger schüttelten herzlich die Hände des hohen Mainzer Besuches. Anschließend stattete Malu Dreyer der Klosterkirche St. Georg einen Besuch ab, Pastor Rüdiger Kiefer und Organistin Marli Plechinger erklärten der Ministerpräsidentin das spätgotische Kleinod mit seinen einmaligen malerischen Fresken. Danach nahm sie im Gasthaus Zur Rheinschanz ein leckeres Spargelessen ein und auch Werther Erdbeeren durften nicht fehlen, eigens von Insel-Gastronom Vinz Schemmer und seiner Frau Trudel aufgetischt. Malu Dreyer wollte sich ein Bild machen von der guten Dorfentwicklung Niederwerths und seiner guten kommunalpolitischen Interaktion, aber auch vor den Problemen der Gemeinde nicht die Augen verschließen. Sie ließ sich auf anstehende und dringliche Großprojekte wie die hochwasserfreie Anbindung der Werther Brücke an die B 42, auf das Mehrgenerationenhaus in der Dorfmitte und seinen Fördermöglichkeiten über das Landesprojekt „Wohnpunkt“ und die im Planungsstadium stehende Straßensanierung der Schützenstraße hinweisen. Auch die Betroffenheit der Verbandsgemeinde im Hinblick auf die neuen Stromtrassen mit ihren gigantischen Volumen nahm die Ministerpräsidentin besorgt und interessiert zur Kenntnis. Sie versprach die Unterstützung der Mainzer Landesregierung dort, wo es eben Lösungsansätze aus Sicht des Landes geben kann. Vor allem freute sie sich aufrichtig, nach anstrengenden Wochen des Landtagswahlkampfes, arbeitsreichen Tagen in der Staatskanzlei und beim Rheinland-Pfalz-Tag ein schönes Fleckchen Erde mit seinen Menschen ohne Tagesordnung und Zeitdruck kennen lernen zu dürfen: Niederwerth – reif für die Insel, wo kanns schöner sein. Ortsbürgermeister Sepp Gans dankte Malu Dreyer im Namen seiner einzigartigen Fluss-Gemeinde von Herzen für ihren ehrenvollen Besuch.
weiter …
 
Maria Klöckner: Das Jahrhundert ist rund! Erste Niederwertherin feiert ihren 100. Geburtstag

Als erste Bürgerin der Inselgemeinde Niederwerth überhaupt durfte Maria Klöckner ihren segensreichen runden 100. Geburtstag feiern. Die rüstige Rentnerin, die seit 2008 im Altenheim „Am Rebenhang“ in Winningen lebt, kehrte zu der Jubelfeier mit ihrer ganzen Familie auf die Insel zurück, um sich im Gasthaus „Zur Rheinschanz“ hochleben zu lassen. Landrat Dr. Alexander Saftig, Ortsbürgermeister Josef Gans aus Niederwerth, Ortsbürgermeister Eric Peiter aus Winningen sowie Vertreter der Verbandsgemeinden und die Ortsvereine von Niederwerth bereiteten ihr einen schönen Empfang.

Maria Klöckner wurde am 31.10.1915, also noch zur Kaiserzeit geboren und wuchs im schönen Moseldorf Niederfell auf. 1938 folgte sie nach der Heirat ihrem Ehemann Franz auf die Insel Niederwerth, dort lebten sie von dessen Verdienst als Fährmann der „Ponte“ bzw. als Maurer im Bauunternehmen Zengler. Vor allem aber lebten sie von den Früchten der Insel, die Nebenerwerbslandwirtschaft wurde für sie mehr als zum Hobby. Vor allem fuhr sie gerne mit dem Kahn auf die Nachbarinsel Graswerth, wo sie mit ihrem Mann die Obst- und Gemüsegärten bewirtschaftete. Auch im Vereinsleben war Maria Klöckner aktiv, im katholischen Frauen- und Mütterverein, als Möhn im närrischen Verein „Rucki Zucki“ und im jovialen Stammtisch „Die flotten Zehn“. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, bis heute kamen 9 Enkel, 11 Ur-Enkel und 2 Ur-Ur-Enkel dazu, die alle mit ihrer Seniorin kräftig feierten.

Ortsbürgermeister Sepp Gans begrüßte die Jubilarin besonders herzlich bei ihrer Rückkehr auf die schöne Rheininsel, zusammen mit dem Musikverein Niederwerth sang die Geburtstagsgesellschaft die Werther Nationalhymnen „Mitten in dem Rheinesstrome“ und „Paradies oh Insel du im Rhein“. Landrat Dr. Alexander Saftig, auf Niederwerth ein gern gesehener Gast, gratulierte für den Landkreis MYK, der Winninger OB Eric Peiter überbrachte Glückwünsche der Moselgemeinde, Beigeordnete Carmen Bohländer für die VG Vallendar. Karl-Josef Mettler übernahm die Gratulation für den Niederwerther Vereinsring. Alle freuten sich mit der gerührten, aber rüstigen 100-Jährigen, wünschten Glück und Segen und vor allem lang währende Gesundheit. Am Ende der Gratulationscour dankte Maria Klöckner auch im Namen ihrer Familie für Geschenke und gute Worte: „Nach Niederwerth komme ich gerne zurück.“


Vereine und Politik gratulierten der Jubilarin. V.l. Beigeordnete Carmen Bohländer, OB Eric Peiter (Winningen), Landrat Dr. Alexander Saftig, Vereinsringvorsitzender Karl-Josef Mettler, OB Sepp Gans (Niederwerth).

 

Maria Klöckner mit ihrem jüngsten Ur-Ur-Enkel im freundlichen Austausch.


Gastgeber Vinzenz Schemmer war stolz auf den ersten 100. Geburtstag in seiner „Schanz“.

 
<< Anfang < Vorherige 1 2 3 Nächste > Ende >>

Ergebnisse 1 - 9 von 21