Montag, 15. Oktober 2018
Niederwerth will Raiffeisengelände kaufen

Haushalt Ortsgemeinde plant Projekt für alle Generationen in seiner Mitte – Finanzen sind bemerkenswert gut

Glückliches Niederwerth: Die Inselgemeinde ist, wovon andere Kommunen nur träumen, noch schuldenfrei und verfügt sogar über eine freie Finanzspitze. „Darauf sind wir stolz, auch angesichts von Investitionen in Millionenhöhe, die wir in den vergangenen Jahren getätigt haben. Wir geben nur das Geld aus, das wir haben“, betonte Ortsbürgermeister Josef Gans (SPD) in seiner Haushaltsrede bei der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung.

Allerdings wird Niederwerth in diesem Jahr voraussichtlich einen Kredit in Höhe von 200 000 Euro aufnehmen. Der dient zur Zwischenfinanzierung zum Erwerb von strategisch wichtigen Grundstücken im Ortskern, unter anderem für das ehemalige Raiffeisengelände in der Hochstraße. Insgesamt 250 000 Euro zum Ankauf von Grundstücken sind denn auch die größte Investition im Etat 2015, den der Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedet hat.

Der Ergebnishaushalt schließt bei Einnahmen von 1,45 Millionen Euro mit einem Minus von 87 000 Euro ab. Im Finanzhaushalt ergibt sich bei Einnahmen von 1,31 Millionen Euro ein Überschuss von 18 240 Euro. Für Investitionen sind 288 500 Euro eingeplant.

„Die Kaufverhandlungen mit der VR-Bank sind auf einem guten Weg“, erklärte Bürgermeister Gans im Ortsgemeinderat. Die Idee der Gemeinde ist, auf dem Raiffeisengelände zusammen mit einem Investor ein Mehrgenerationenprojekt zu verwirklichen. „Unser Ziel ist, dass unsere Senioren auch ihren Lebensabend in einer gewohnten Umgebung verbringen können“, erläutert Gans im Gespräch mit der RZ.

Diesen Gedanken stellte auch SPD-Fraktionssprecherin Klaudia Follmann-Muth in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen: „Hier könnten wir mehrere Zukunftsanliegen unserer Gemeinde verwirklicht werden. Neben Lebensraum für ältere Menschen könnten wir hier zusätzliche Räume für Aktivitäten von Vereinen und Gruppen schaffen.“ Dies sei eine große, aber auch lohnenswerte Aufgabe.

Horst Klöckner (FWG) bezeichnete den Erwerb von strategisch wichtigen Grundstücken als wichtigen Baustein für die Zukunftsentwicklung der Gemeinde. Er wies darauf hin, dass Niederwerth mit der Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie auch bereits einen ersten Beitrag zu dieser Problematik geleistet habe. Kritisch bewertete Klöckner, dass einem FWG-Antrag nicht gefolgt wurde, mehr Geld zur Sanierung der nördlichen Wirtschaftswege einzustellen. Der FWG-Sprecher erklärte, es dürfe keine falsche Zurückhaltung auf der Einnahmenseite geben. Sonst drohten hier Verluste auf Kosten späterer Generationen.

Ähnlich äußerte sich CDU-Fraktionssprecher Reza Ahmari: „Wenn wir nur sparen, kommt die Rechnung später.“ Er sei sehr einverstanden mit diesem soliden Haushalt, der alle Bereiche abdecke. Ahmari lobte den Zustand der Ortsstraßen und mahnte rechtzeitige Investitionen in den Kindergarten an. Er regte an, die Verwaltung solle auch Fördermöglichkeiten aus Bundes- und EU-Töpfen untersuchen.

 

Rhein-Zeitung vom 05.02.1015

 
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