Freitag, 14. Dezember 2018
Niederwerth kann kräftig investieren

Gemeinderat beschließt schuldenfreien Haushalt - Fraktionen voll des Lobes
Weder Magie noch Zaubertrank verdankt die Inselgemeinde Niederwerth ihre gesunden Finanzen. Dass sie keine Schulden hat, liegt an Tugenden wie Spardisziplin und Einigkeit in Grundsatzfragen auch über Fraktionsgrenzen hinaus. Das zeigt sich auch im Haushaltsplan 2009, den der Ortsgemeinderat jetzt einstimmig verabschiedet hat.

NIEDERWERTH. Die Ortsgemeinde Niederwerth hat kein Geheimrezept dafür, dass sie das neue Haushaltsjahr völlig schuldenfrei beginnt, dass auch die Pro-Kopf-Verschuldung bei Null liegt und dass sie sogar Investitionen von 455 000 Euro schultern kann. Spardisziplin und das Motto, nur das auszugeben, was auch da ist, nannte Ortsbürgermeister Josef Gans als Grund für die gute Kassenlage auch beim letzten Haushaltsplan der laufenden Legislaturperiode, dem ersten nach dem neuen kommunalen Haushaltsrecht. Ein bisschen Aberglaube war aber doch aus Gans" Worten herauszuhören. "Wir sollten die Sitzung auch in Zukunft hier abhalten", kommentierte er die Tatsache, dass die ausgeglichenen Haushalte der vergangenen Jahre immer im Bundesamt für Gewässerkunde verabschiedet wurden, weil dann nämlich karnevalsbedingt der gewohnte Sitzungssaal im Gasthaus Schemmer nicht benutzt werden kann.

Von der guten Haushaltssituation profitiere auch die Bürgerschaft, weil die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer sowie Hundesteuer nicht erhöht werden, betonte Gans. Im neuen Haushaltsjahr stehen mehrere wichtige Investitionen an. Die größte Summe fließt in den Ausbau der Gartenstraße (siehe Kasten). Die Auftragsvergabe sei in der nächsten Ratssitzung und der Baubeginn nach Ostern, umriss Gans den Zeitplan. Im Frühjahr beginnt nach seinen Worten auch der Anschluss des Sportheims an das örtliche Kanalnetz. Zum Eigenanteil der Gemeinde von 15 000 Euro kommen Zuschüsse von Verbandsgemeinde und Kreis und ein erheblicher Anteil an Eigenleistung des Sportvereins. Geplant ist 2009 zudem der Bau einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Kindergartens, der voraussichtlich mit hohen Zuschüssen gefördert wird.

Die Sprecher der drei Ratsfraktionen äußerten sich zustimmend zum neuen Etat. Die Freude "über ein weiteres schuldenfreies Jahr" verband CDU-Fraktionsvorsitzende Diana Kreuter-Schmidt mit der Aufforderung, "in aller gebotenen Sparsamkeit weiterzumachen". FWG-Sprecher Horst Klöckner merkte mit Blick auf den Kanalanschluss des Sportheims und die Fotovoltaikanlage an, dass auch der Umweltschutz nicht zu kurz kommt. Geradezu auf poetische Weise kommentierte SPD-Fraktionssprecher Alfred Kremer den Etat: "Es ist ein weiteres Jahr gelungen, gegen die böse Schuldendampfwalze anzukämpfen." Als Grund dafür schloss er Übersinnliches wie Magie oder Zaubertrank ausdrücklich aus. Das Niederwerther Erfolgsrezept sehe vielmehr so aus: "Die Fraktionen sind in grundsätzlichen Dingen einig. Deswegen sind wir auch erfolgreich."

gartenstraße
Größte geplante Investition auf der Insel Niederwerth: Für rund 300 000 Euro soll die Gartenstraße ausgebaut werden. 
Foto: Thomas Frey

 
Ulrike Fritscher

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 19.02.2009, Seite 25.

 
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